Mein Praktikum an der DSND

Aktuelles

10-05-2026

Für mein letztes Praktikum im Rahmen meines Lehramtsstudiums habe ich mich an verschiedenen deutschen Schulen in englischsprachigen Ländern beworben. Schon beim ersten Zoom-Meeting gewann ich einen sehr positiven Eindruck von der Deutschen Schule in Neu Delhi. Kurz darauf entschied ich mich voller Vorfreude, diese besondere Gelegenheit zu nutzen und mein Praktikum in Indien zu absolvieren.

Mit vielen Vorstellungen und Erwartungen trat ich meine Reise nach Indien an. Mitte Januar angekommen, erlebte ich noch die letzten Ausläufer des Winters in Delhi. Bei meiner allerersten Fahrt mit einem Tuktuk fuhr ich zur Deutschen Botschaftsschule. Dort angekommen, wurde ich herzlich von meiner Mentorin, dem Kollegium sowie den Schülerinnen und Schülern. Vielen freundliche, von den Ferien erholten Gesichtern begrüßten mich.

In den ersten Wochen meines Praktikums begleitete ich verschiedene Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht, um unterschiedliche Lehrmethoden kennenzulernen. Im Fach Kunst plante ich zwei Unterrichtssequenzen für unterschiedliche Klassen. Anschließend durfte ich innerhalb von fünf Wochen Unterricht in den Klassen 5 und 7 gestalten. In der 7. Klasse entstand aus selbst gewählten und gefalteten Origami-Tieren ein Hochdruck in Linol. Die gefalteten Tiere dienten als Vorlage, wurden in Linolplatten übertragen, geschnitzt und anschließend gedruckt. In der 5. Klasse beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Tieren, die in Indien leben. Hier entstanden eindrucksvolle Tiere aus Pappmaché. Besonders herausfordernd war es, die richtigen Proportionen darzustellen, doch mit Übung gelang es den Schülerinnen und Schülern, stabile Formen aus Zeitungspapier zu gestalten.

Ein besonderes Highlight meines Praktikums war das Schulfest, das nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für mich ein unvergessliches Erlebnis darstellte. Unter dem Motto „Zirkus Mandala“ verwandelte sich das Schulgelände in eine lebendige und kreative Zirkuswelt. In den Projekttagen zuvor bereitete jede Klasse mit viel Engagement einen eigenen Beitrag vor, sodass ein vielfältiges Programm aus Tanz, Akrobatik und künstlerischen Darbietungen entstand. Die spürbare Vorfreude, das gemeinsame Lampenfieber und die Begeisterung während der Aufführungen schufen eine besondere Atmosphäre, die das Fest für alle Beteiligten zu einem eindrucksvollen Gemeinschaftserlebnis machte. Besonderen Spaß hatte ich am Mittanzen bei den „Flying Teachers“.

Besonders hervorzuheben ist außerdem die Teilnahme an dem Sozialpraktikum in Klasse 9, die mir die Möglichkeit bot, die Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Unterrichts kennenzulernen und das Gemeinschaftsgefühl intensiv zu erleben. In Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Hope-Projektes war geplant, nach Ranthambore zu reisen, um dort das Projekt „Kids in Nature“ zu unterstützen. Es sollten fünf Türen von Häusern bemalt werden. Das zweiwöchige Praktikum gliederte sich in zwei Phasen. In der ersten Woche besuchten wir die Jugendlichen des Hope-Projekts in Nizamuddin. Dort erhielten wir eine Führung durch das Viertel, lernten uns gegenseitig kennen und begannen mit der Entwicklung von Entwürfen für die Türen. Diese wurden gemeinsam diskutiert, überarbeitet und schließlich ausgearbeitet. In der zweiten Woche reisten wir gemeinsam mit dem Zug nach Ranthambore. Täglich widmeten wir uns der tatsächlichen Umsetzung der lange geplanten Entwürfe. Endlich begann das Bemalen der Türen. In Teams arbeiteten die Schülerinnen und Schüler konzentriert und mit großer Ausdauer. Vor allem das Anmischen der Farbnuancen nach den Entwürfen erwies sich als anspruchsvoll, konnte jedoch mit viel Geduld bewältigt werden. Mit bemerkenswerter Präzision wurden die Entwürfe schließlich auf die Türen übertragen. Außerdem besuchten wir das Rajiv Gandhi Regional Museum of Natural History sowie unternahmen eine Safari-Fahrt mit dem Canter durch den Nationalpark in Ranthambore.

Rückblickend war mein Praktikum an der DSND eine besonders bereichernde Zeit voller neuer Eindrücke. Einerseits lernte ich das Leben in Neu-Delhi mit all seinen Gegensätzen kennen laut, lebendig und chaotisch, zugleich faszinierend und voller Energie. Andererseits bot die Schule mit ihrer familiären Atmosphäre einen besonderen Kontrast. Kleine Klassen, engagierte Schülerinnen und Schüler sowie ein offenes und unterstützendes Kollegium ermöglichten mir ein sehr intensives und persönliches Lernen und Arbeiten. Auch außerhalb der Schule hatte mein Aufenthalt viel zu bieten. Ob beim Erkunden der Stadt, beim Entdecken kultureller Angebote oder auf Reisen innerhalb Indiens, ich habe unzählige neue Erfahrungen gesammelt. Abschließend möchte ich betonen, wie dankbar ich bin, mein Praktikum an der Deutschen Schule in Neu-Delhi absolviert haben zu dürfen. Mein besonderer Dank gilt dem gesamten liebenswerten Kollegium sowie meiner Mentorin und den Schülerinnen und Schülern, die mir diese wertvollen Erfahrungen ermöglicht und mich so herzlich aufgenommen haben.